Web Analytics
Bericht · marine life

Korallenbleiche: Die Klimakrise unter Wasser

March 31, 2026 1 min read

Was Korallenbleiche ist

Koralle ist nicht nur ein bunter Stein. Es ist eine Symbiose zwischen dem tierischen Korallenpolypen und Millionen mikroskopischer photosynthetischer Algen namens Zooxanthellen, die im Gewebe des Polypen leben. Zooxanthellen produzieren durch Photosynthese bis zu 90 % der Energie, die Korallen benötigen. Im Gegenzug bietet die Koralle den Algen Schutz.

Wenn das Ozeanwasser zu warm wird — selbst 1–2 °C über der normalen sommerlichen Höchsttemperatur für mehrere Wochen — beginnen die Zooxanthellen unter thermischem Stress schädliche Sauerstoffradikale zu produzieren. Der Korallpolyp reagiert, indem er die Algen ausstößt. Ohne die Zooxanthellen wird das Korallengewebe transparent und gibt das weiße Kalkskelett darunter frei. Das nennt man Bleiche.

Gebleichte Koralle ist nicht tot. Sie steht unter starkem Stress. Wenn die Temperaturen schnell genug sinken, rekolonisieren die Zooxanthellen das Gewebe und die Koralle erholt sich — ein Prozess, der Monate oder Jahre dauern kann. Wenn die hohen Temperaturen anhalten, stirbt die Koralle.

Das Ausmaß des Problems

Globale Massenbleichereignisse im Zusammenhang mit El Niño und dem anhaltenden Anstieg der Meerestemperatur ereigneten sich 1998, 2010, 2015–2016 und 2022–2023. Das Great Barrier Reef in Australien litt 2016, 2017, 2020 und 2022 unter Massenbleiche.

Was Taucher tun können

Verantwortungsbewusste Betreiber wählen — Tauchzentren, die Nicht-Berühren-Protokolle befolgen, Bootschäden (Ankern) begrenzen und Gruppengrößen einschränken, haben eine geringere Auswirkung auf gestresste Riffe.

Berichten, was man sieht — Reef Check und CoralWatch sind Bürgerwissenschaftsprogramme, die Taucher darin schulen, den Riffzustand standardisiert zu erfassen.

Den CO₂-Fußabdruck reduzieren — Die Erwärmung der Ozeane ist der Haupttreiber. Individuelle Maßnahmen im großen Maßstab — Flüge, Energieverbrauch, Ernährung — summieren sich.

Keine Oxybenzon-Sonnencreme verwenden — Herkömmliche Sonnenschutzmittel mit Oxybenzon und Octinoxat sind für Korallen in extrem niedrigen Konzentrationen giftig. Mineralische Sonnenschutzmittel (Zinkoxid, Titandioxid) sind riffsicher.

— Ende des Berichts —
Langsam auftauchen.
§ Weiterlesen

Weitere Berichte.

Verwandtes aus dem Atlas

Berichte

Feldnotizen in Ihrem Posteingang

Ein monatlicher Editorial über Tauchziele und Meeresleben. Kein Spam, jederzeit kündbar.

Wir teilen Ihre E-Mail nie.