Lembeh-Straße
Lembeh-Straße — Nord-Sulawesi, Indonesien
Die Lembeh-Straße ist ein schmaler Kanal zwischen der Minahasa-Halbinsel und der Insel Lembeh in Nord-Sulawesi — eine Passage aus dunklem Vulkansand und unscheinbar wirkendem Muck, die jenseits jedes vernünftigen Arguments die Critter-Tauchhauptstadt der Welt ist.
Das Muck-Diving-Konzept
'Muck Diving' — die Praxis, Schwarzsand-, Geröll- oder Schlicksubstrate nach seltenen und kryptischen Tieren statt nach Korallenriffen abzusuchen — wurde im Wesentlichen von Lembeh definiert. Auf dem Papier klingt das Konzept wenig inspirierend. In der Praxis ist ein Lembeh-Tauchgang eine durchgehende Reihe von Funden, die Fotografen verblüfft zurücklässt und Biologen dauerhaft Feldnotizen schreiben lässt.
Wer hier lebt
Die Artenliste von Lembeh liest sich wie eine taxonomische Ruhmeshalle:
Mimik-Oktopus (Thaumoctopus mimicus) — hier erstmals 1998 dokumentiert — der nacheinander Plattfische, Feuerfische und Seeschlangen imitiert. Flamboyant-Tintenfische (Metasepia pfefferi) — klein, leuchtend gefärbt und aktiv giftig — laufen auf ihren Bauchflossen über den Sand. Behaarte Anglerfische (Antennarius striatus), gelb oder orange, schwingen ihre Lockanten aus Lauerpositionen im Schlick. Rhinopias-Skorpionfische — rosa oder rot oder mit Filamenten überzogen — sitzen offen sichtbar und sehen genau wie Trümmerklumpen aus.
Pygmäen-Seepferdchen (Hippocampus bargibanti und mehrere neu beschriebene Arten) leben in den tieferen Abschnitten auf Gorgonienfächern. Blauring-Oktopusse (Hapalochlaena lunulata) — die giftigsten Kopffüßer der Welt — werden so oft gesehen, dass Guides Protokolle für Gast-Begegnungen haben. Kokosnuss-Oktopusse tragen Schalen; Wonderpusse jagen am hellichten Tag auf offenem Sand.
Nachttauchgänge
Lembehs Nachttauchgänge sind möglicherweise noch besser als die Tagestauchgänge. Der Sand erwacht zum Leben: Spanische Tänzer-Nacktschnecken kommen aus Spalten, Fangschreckenkrebse jagen in offenen Geschwindigkeitsstößen, und die Critter, die sich tagsüber verstecken, zeigen sich im Lampenlicht.
Praktisches
- Tiefe: 5–30 m | Schwierigkeit: Anfänger — flach, ruhig, dunkler Sand; keine Riffnavigation
- Zugang: Flug nach Manado (MDC), 2-Std.-Transfer nach Bitung; Resorts auf der Insel Lembeh
- Beste Saison: Ganzjährig; Februar–April für ruhigere Straßen und beste Sicht (10–15 m)
- Meeresleben: Mimik-Oktopus, Flamboyant-Tintenfisch, behaarter Anglerfisch, Rhinopias, Pygmäen-Seepferdchen, Blauring-Oktopus, Wonderpus
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