Nacktschnecken: die Makro-Obsession
Irgendwann in den meisten Tauchkarrieren wirst du auf einem Strömungstauchgang an einer atemberaubenden Wand voller Fischschwärme vorbeitreiben und feststellen, dass dein Buddy vor drei Metern stehengeblieben ist und einfach einen Felsen anstarrt. Schau genauer hin: Auf diesem Felsen, kleiner als dein Fingernagel, sitzt eine Nacktschnecke.
Nacktschnecken sind weichkörperige Meeresweichtiere — schalenlose Meeresschnecken — und sie sind, verwirrenderweise, die schönsten Tiere im Ozean. Tausende von Arten, jede extravaganter als die vorherige, in unmöglichen Farben bemalt als Warnung an Räuber: Ich bin giftig. Friss mich nicht.
Wo man sie sehen kann
Nacktschnecken gibt es überall, aber Muck-Diving-Spots sind die Orte, an die ernsthafte Nacktschnecken-Jäger gehen. Schlammige Hänge, Geröll, künstliche Strukturen — das unspektakulär aussehende Gelände ist ihre Welt.
- Lembeh-Straße (Indonesien) — die globale Hauptstadt
- Anilao (Philippinen) — Konkurrenz um die Krone
- Puerto Galera (Philippinen) — berühmt für seltene Arten
- Dauin (Philippinen) — wachsender Ruf für Critter-Tauchgänge
- Ambon (Indonesien) — Muck-Diving in seiner verborgensten Form
Wie man sie findet
Langsamer werden. Tauche einen Spot mit einem Zehntel deiner normalen Geschwindigkeit. Dein Guide (engagiere in Muck-Diving-Regionen immer einen lokalen Makro-Guide) wird 90 % von dem finden, was du siehst. Sobald du den Rhythmus verinnerlicht hast, fängst du an, sie selbst zu entdecken — das Aufblitzen einer Farbe, das sich als halbzentimetergroßes Tier auf einem Schwamm entpuppt.