Hammerhaie: Das Rätsel der offenen Meeresschwärme
Bogenstirn-Hammerhaie (Sphyrna lewini) gehören zu den optisch eindrucksvollsten Haien des Ozeans — dieser breite, flache Kopf mit Augen an den entgegengesetzten Enden — und sie zeigen eines der rätselhaftesten Verhaltensweisen der Meeresbiologie: Sie bilden große Schwärme, fast ausschließlich aus Weibchen, an bestimmten Seebergen zu bestimmten Jahreszeiten.
Niemand versteht das vollständig. Die vorherrschende Hypothese betrifft die Navigation über magnetische Anomalien im Meeresboden, wobei die Schwärme als eine Art Treffpunkt dienen. Für Taucher ist entscheidend, dass das Verhalten so berechenbar ist, dass man eine Reise darum herum planen kann.
Die zuverlässigen Schwarmgebiete
- Daedalus Reef, Ägypten (Rotes Meer) — Sommer (Juni–August), Südplateau, 30-m-Abstieg im Morgengrauen
- Layang Layang, Malaysia — April–August, 30-m-Abbruchkante an der Nordwand
- Cocos Island, Costa Rica — nur per Liveaboard, Pazifik, ganzjährig mit saisonalen Höhepunkten
- Galápagos-Inseln — Darwin und Wolf im nördlichen Archipel, Juni–November
- Socorro, Mexiko — Dezember–Mai
- Bimini, Bahamas — Winter (Dezember–März), insbesondere Großer Hammerhai
Tauchtechnik
Hammerhaischwärme befinden sich meist in der Tiefe (25–40 m) und sind scheu. Schnell abtauchen, ruhig bleiben, Blasen minimieren. Blitzlichtfotografie schreckt sie auf. Die zuverlässigsten Sichtungen gibt es im Morgengrauen, wenn sich die Fische noch zwischen tieferen Tageseinständen und flacheren Putzerstationen bewegen.