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Bericht · dive guide

Das Silberne Zeitalter der Tauchresorts: eine kurze Geschichte

March 10, 2026 2 min read

Die ersten Resorts

Das Konzept des Tauchresorts — Unterkünfte, die um die Tauchinfrastruktur eines bestimmten Ortes herum gebaut werden — entstand in den 1960ern, als der Sport über seine Vereinswurzeln hinauswuchs. Die frühesten Beispiele waren keine Resorts im luxuriösen Sinn: ein paar Bungalows, ein Kompressor und ein einheimischer Bootskapitän.

Peter Hughes und Wayne Hasson gelten als Pioniere der ersten zielgerichteten Tauchbetriebe in der Karibik und am Roten Meer in den späten 60ern und frühen 70ern. In Ägypten, als der Sinai nach dem Sechstagekrieg 1967 unter israelische Kontrolle kam und für Zivilisten zugänglich wurde, entstanden Betriebe wie Orca Diving in Sharm el-Sheikh, noch bevor es Hotelinfrastruktur gab. Taucher campten am Strand und zahlten für Flaschenfüllungen.

Das Rote Meer in den 1970ern

In den 1970ern wurde das Rote Meer zum Schmelztiegel der Tauchresort-Kultur. Ras Mohammed, das später Ägyptens erster mariner Nationalpark werden sollte, war von einfachen Beduinencamps an der Südspitze des Sinai aus erreichbar. Jacques Cousteau hatte das Gebiet in den 1950ern betaucht und zu einer der besten Tauchregionen der Welt erklärt.

Die zentrale Innovation dieser Epoche war das Liveaboard — ein Tauchschiff, auf dem man übernachtet und das den Zugang zu entlegenen Spots ohne Landinfrastruktur ermöglicht. Die ersten modernen Rotmeer-Liveaboards fuhren in den 1970ern; in den 80ern zählte die ägyptische Flotte bereits Hunderte von Schiffen.

Südostasien: der Boom der 80er

Bali öffnete sich Anfang der 1970er nennenswert dem internationalen Tourismus, und die Tauchbetriebe folgten rasch. Das USAT-Liberty-Wrack in Tulamben — von einem strandnahen Gelände mit einer Wellblech-Kompressorhütte aus erreichbar — zog Mitte der 1970er bereits Taucher an. In den 80ern entstanden einfache Tauchresorts in Bali, Koh Samui (Thailand) und Palawan (Philippinen).

Sipadan in Malaysia wurde Anfang der 1980er von einem Tauchbetreiber namens Ron Holland entdeckt. Die Insel — 600 Meter über dem Meeresgrund gelegen, mit einem strömungsumspülten Riff von unmöglich erscheinender Produktivität — zog eine Handvoll kleiner Betriebe an.

Die 1990er: Reife und Professionalisierung

In den 1990ern wandelte sich die Tauchresort-Branche vom Nischenbetrieb zum organisierten Tourismus. Die Zertifizierungszahlen von PADI wuchsen exponentiell; das Internet ermöglichte erstmals die internationale Recherche und Buchung von Resorts; und die ersten Tauchreisebüros traten als Vermittler auf den Plan.

Die Epoche brachte auch die Professionalisierung der Ausbildung: eine Branche, die zuvor weitgehend von leidenschaftlichen Amateuren geführt wurde, formalisierte ihre Ausbilderwege. Divemaster wurden eine eigenständige Berufskategorie, und Resort-Tauchbetriebe entwickelten standardisierte Verfahren für Briefings, Leihausrüstung und Bootsmanagement.

Die Infrastruktur heute

Das Tauchresort-Modell, auf dem die Branche heute läuft — Kompressor, Flaschenflotte, Guides, Boot, Leihausrüstung, Ausbildung, Meerespark-Gebühren — war im Wesentlichen bis zum Jahr 2000 komplett. Spätere Entwicklungen (Nitrox als Standard, verpflichtende Tauchcomputer, Online-Buchung) sind Verfeinerungen einer Struktur, die zwischen 1965 und 1995 entstand.

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