Wie Bonaire funktioniert
Bonaire, eine niederländisch-karibische Insel 100 km nördlich von Venezuela, arbeitet nach einem im Tauchtourismus einzigartigen Modell: Die gesamte Westküste ist der Bonaire National Marine Park, markiert durch nummerierte gelb bemalte Felsen an der Straße, und praktisch jeder Taucher mit Open-Water-Zertifikat darf hier selbstständig tauchen. Man mietet im Dive Shop ein Fahrzeug — meist einen Pick-up —, nimmt die Flaschen für den Tag und fährt nach eigenem Zeitplan von Spot zu Spot.
Kein Boot, das abfährt. Kein Divemaster zu folgen. Kein Zeitplan. An einen gelben Felsen fahren, einkleiden, reinwaten.
Struktur des Meeresparks
Bonaire richtete den Bonaire Marine Park 1979 ein — einer der ersten Meeresparks der Karibik. Der Park umfasst die gesamte Westküste Bonaires plus Klein Bonaire, die kleine unbewohnte Insel 800 Meter vor der Küste. Kein Fischen. Kein Ankern am Riff. Nichts sammeln.
Das Ergebnis nach 45 Jahren: Riffe in deutlich besserem Zustand als vergleichbare karibische Standorte. Die Korallenbedeckung an Bonaires Westküste zählt zu den höchsten in der Karibik gemessenen Werten.
Die besten Spots
Hilma Hooker: ein 71-Meter-Frachter, 1984 versenkt, nachdem 25.000 kg Marihuana an Bord entdeckt worden waren. Liegt auf einem Sandhang in 28-30 Metern. Hervorragend zum Durchtauchen; der Rumpf ist mit Schwämmen bewachsen und von Kaiserfischen, Trommlerfischen und Fleck-Muränen umgeben.
Salt Pier: der Pier, der Bonaires Salzproduktion versorgt. Die Pfeiler sind mit Schwämmen, Korallen und Seestäben überkrustet; Grunzer-Schulen finden darunter Schutz. Der Nachttauchgang am Salt Pier ist außergewöhnlich.
1000 Steps (Piedra Haltu): Der Name verweist auf die 67 realen Stufen zum Einstieg. Unten erwartet einen ein abfallendes Riff mit ungewöhnlicher Artenmischung — Kreol-Lippfische, Mitternacht-Papageifische, große Französische Kaiserfische.
Klein Bonaire: Die Insel gegenüber der Hauptküste erreicht man per Wassertaxi. Mehrere Spots umrunden Klein Bonaire; die Nord- und Südspitzen weisen die beste Korallenvielfalt auf.
Praktische Informationen
- Meerespark-Gebühr: 40 USD jährlich; für jeden Tauchgang erforderlich
- Flaschenverleih: alle großen Betriebe vermieten Flaschen
- Flüge: KLM direkt ab Amsterdam; Verbindungen von mehreren US-Hubs über Aruba
- Beste Saison: ganzjährig. Ideal: Dezember-April.