SS Yongala
SS Yongala — Townsville, Queensland, Australien
Die SS Yongala verschwand am 23. März 1911 im Zyklon Leonta und nahm 122 Passagiere und Besatzungsmitglieder mit sich. Sie war ein 110 Meter langer Luxus-Passagierdampfer auf dem Weg von Melbourne nach Cairns und eines der größten Schiffe im australischen Dienst. Ihr Verschwinden blieb jahrzehntelang ungeklärt — die Suchmissionen fanden nichts. Das Wrack wurde schließlich 1958 geortet, aber wegen der Tragödie und ihres Status als geschütztes Seegrab war Sporttauchen erst ab 1981 erlaubt.
Was 70 Jahre ungestörter Besiedlung hervorgebracht haben, ist nach den meisten Berichten die dichteste Konzentration von Meeresleben an einem Wracktauchplatz weltweit.
Die Dichte des Meereslebens
Die Yongala liegt im Zentralabschnitt des Great Barrier Reef Marine Park, mitten in einem produktiven Hochseestreifen mit starkem Tidenaustausch und nährstoffreicher Strömung. Jede Oberfläche des Wracks — Rumpf, Mast, Poller, Reling — ist mit Hart- und Weichkorallen, Seefächern und Hydroiden bewachsen. Im Inneren der Struktur ist die Biomasse außergewöhnlich:
- Bullenhaie (Carcharhinus leucas) sind Stammgäste und ziehen mit ihrer typischen schwergewichtigen Selbstsicherheit am Rumpf entlang. Drei bis fünf pro Tauchgang sind normal; im Sommer zehn oder mehr.
- Riesen-Queensland-Zackenbarsche (Epinephelus lanceolatus) — die größten Knochenfische am Riff — bewohnen Maschinenraum und Bug-Laderäume. Einige Tiere wiegen über 400 kg.
- Olivseeschlangen (Aipysurus laevis) sind häufig und sichtlich neugierig; sie können Taucher zur Inspektion anschwimmen. Giftig, aber nicht aggressiv.
- Kuhnasenrochen, Adlerrochen und Mantarochen ziehen mit ablaufender Tide regelmäßig am Wrack vorbei.
- Schwärme von Fledermausfischen, Stachelmakrelen und Barrakudas stehen dauerhaft im Schatten der Struktur.
Der Tauchgang
Die Yongala liegt auf der Steuerbordseite, Kiel nach Osten, in 15–30 Metern Wasser. Der Rumpf ist 110 Meter lang, und ein einzelner Tauchgang deckt im entspannten Tempo etwa die Hälfte ab. Standardansatz ist der Abstieg zum Kiel in 30 m und dann eine langsame Runde flacher werdend. Strömung ist vorhanden und variabel — du liest sie beim Abstieg und planst entsprechend.
Es ist kein Wrack-Eindringen erlaubt; die Stätte wird als Kulturerbe verwaltet: nichts anfassen, nichts mitnehmen. Das Briefing der Anbieter ist gründlich und die Regeln werden ernst genommen.
Anreise
Die Yongala ist im Tagesausflug von Townsville (80 km nördlich) oder von Ayr/Alva Beach (viel näher, ~26 km) zu erreichen. Die meisten Anbieter fahren Zwei-Tanks-Touren; einige bieten Liveaboard-Übernachtungen. Es gibt kein Dive-Resort am Wrack selbst — das ist ein Tagesausflugs- oder Liveaboard-Ziel.
Praktisches
- Tiefe: 15–30 m (Rumpf bei 15 m, Kiel bei 30 m)
- Schwierigkeit: Fortgeschritten — Strömung, Tiefe, Bullenhaie, Erbe-Regeln
- Lage: 19°18′S 147°37′E, vor der Küste von Townsville, Queensland
- Zugang: Tagestouren von Townsville oder Ayr; Liveaboard ab Townsville
- Wassertemperatur: 22–28 °C (saisonal)
- Meeresleben: Bullenhaie, Riesen-Zackenbarsche, Olivseeschlangen, Adlerrochen, Mantarochen, Kuhnasenrochen, Barrakudas, Fledermausfische
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