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Bericht · dive guide

Rebreather-Tauchen: leise und tief

December 12, 2025 2 min read

Was ein Rebreather tut

Ein Standard-Atemregler (Open Circuit) funktioniert simpel: Komprimiertes Gas fließt bei Bedarf aus der Flasche; der Taucher atmet es; die Ausatemluft entweicht als Blasen durchs Auslassventil. Rund 75 % jeder Atemluft sind ungenutzter Stickstoff; auch ein großer Anteil des Sauerstoffs wird ausgeatmet. Der Gasverbrauch ist die Summe aller Atemzüge — typisch 12-20 Liter pro Minute in rekreativer Tiefe.

Ein Rebreather führt das ausgeatmete Gas im Kreis. Der Loop:

  1. Der Taucher atmet aus; das Gas strömt durch einen CO2-Scrubber (eine Patrone mit Atemkalk, der Kohlendioxid chemisch bindet)
  2. Das gereinigte Gas geht durch einen Counterlung (flexibler Beutel, der beim Ausatmen sich ausdehnt und beim Einatmen wieder zusammenzieht)
  3. Ein Magnetventil, gesteuert von Sauerstoffsensoren, dosiert kleine Mengen Sauerstoff, um den richtigen Sauerstoff-Partialdruck (PPO2) zu halten
  4. Der Taucher atmet das wiederaufbereitete, CO2-freie, sauerstoffaufgefrischte Gas

Folge: Der Gasverbrauch sinkt auf die Rate des reinen Sauerstoff-Stoffwechsels — etwa 0,5-1 Liter pro Minute statt 12-20 im Open Circuit. Ein Taucher kann 3-4 Stunden in der Tiefe verbringen mit dem Gasvorrat, der im Standard-Scuba 45 Minuten reicht.

Rebreather-Typen

Closed-Circuit-Rebreather (CCR): das oben beschriebene Vollsystem. Regelt sowohl CO2-Abbau als auch Sauerstoff-Partialdruck elektronisch. Für tiefe, lange Tauchgänge geeignet. Intensive Ausbildung und Wartung nötig.

Semi-Closed-Rebreather (SCR): einfacheres System; gibt kontinuierlich einen fixen, geringen Frischgasfluss zu. Weniger effizient als CCR, aber einfacher und günstiger.

Rekreative CCRs: für rekreative Tiefengrenzen (40 m) konzipiert. Beispiele: Poseidon MKVI, Hollis Explorer, Mares Horizon.

Technische CCRs: APD Inspiration/Evolution, JJ-CCR, rEvo, Megalodon. In qualifizierten Händen zu extremen Tiefen und Dauern fähig.

Die Vorteile

Keine Blasen: Rebreather-Taucher können sich dem Meeresleben näher annähern und natürliches Verhalten genauer beobachten. Am deutlichsten wird das bei scheuen Tieren — Seepferdchen fressen ungestört weiter; Papageifischschulen weichen nicht aus.

Verlängerte Grundzeit: 3-4 Stunden in der Tiefe verändern grundsätzlich, was möglich ist — Höhlentauchen, Mischgas-Tec und Meeresforschung profitieren enorm.

Optimale Gasmischung: Ein CCR hält automatisch den richtigen Sauerstoff-Partialdruck für die aktuelle Tiefe — man taucht quasi auf jeder Tiefe mit optimalem Nitrox.

Die Risiken

Rebreather haben eine höhere Sterblichkeitsrate pro Tauchgang als Open-Circuit. Die Ursachen sind gut dokumentiert:

  • CO2-Durchbruch: Ist die Scrubber-Patrone erschöpft, falsch gepackt oder nass, wird CO2 nicht entfernt. CO2-Vergiftung führt rasch zur Bewusstlosigkeit mit kaum Vorwarnung.
  • Hypoxie: Fällt der Sauerstoffsensor aus und unterdosiert das System Sauerstoff, verliert der Taucher das Bewusstsein, ohne Atemnot zu spüren.
  • Hyperoxie (Sauerstoffvergiftung): Liefern die Sensoren fälschlich zu hoch und wird in der Tiefe zu viel O2 eingemischt, steigt das Krampfrisiko.

Rebreather-Ausbildung verlangt deutlich mehr Zeit und Engagement als Open-Circuit; Mindestkurse dauern meist 5-7 Tage intensiven Unterrichts. Die Pre-Dive-Checks sind nicht verhandelbar.

— Ende des Berichts —
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