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Bericht · dive guide

Notaufstiegs-Verfahren, die jeder Taucher kennen sollte

February 28, 2026 3 min read

Warum Notaufstiege eine Fertigkeit sind, keine Rettung

Das Wort 'Notfall' im Notaufstieg legt einen Fehler nahe — etwas ist schiefgegangen. Doch im Tauchsport werden die Fertigkeiten rund um Notaufstiege gerade gelehrt, um potenzielle Katastrophen in bloße Unannehmlichkeiten zu verwandeln. Wer weiß, was zu tun ist, wenn die Luft knapp wird oder man ohne Buddy ist, hat Optionen. Wer in Panik gerät, nicht.

Freizeit-Tauchkurse decken Notaufstiege in den praktischen Skill-Anforderungen ab. Auffrischungen lohnen sich auch nach dem Brevet, weil die Fertigkeiten ohne Übung verlernt werden.

Out-of-Air-Notfälle

Luftknappheit ist im gut geplanten Sporttauchen selten, kommt aber vor — Ausrüstungsausfall, Ablenkung, Buddyverlust bei schlechter Sicht. Die Reihenfolge:

  1. Buddy alarmieren (Out-of-Air-Zeichen: Hand schneidet wiederholt über die Kehle; oder direkt nach dem Wechselatemregler greifen)
  2. Wechselatemregler des Buddys benutzen (Octopus): Dein Buddy behält den Hauptregler, du atmest am Wechsel. Beide steigen kontrolliert gemeinsam auf. Das ist die bevorzugte Reaktion und der Grund, warum Buddy-Kontakt zählt.
  3. Kontrollierter Notaufstieg unter eigener Kraft (CESA): Ohne Buddy steigst du selbstständig auf und atmest dabei kontinuierlich aus, um Lungenüberdehnung beim Abfall des Umgebungsdrucks zu vermeiden. Ein CESA ist aus rekreativen Tiefen (max. 40 m) bis zur Oberfläche möglich — Luft expandiert beim Aufsteigen, weshalb auf jeder Teilstrecke noch atembares Gas vorhanden ist, selbst wenn du mit wenig gestartet bist.

Die CESA-Regel: kontinuierlich ausatmen, besonders auf den letzten 9 Metern, wo sich der Umgebungsdruck halbiert. Wer beim CESA die Luft anhält, riskiert einen arteriellen Gasembolus — eine katastrophale, potenziell tödliche Verletzung.

Auftriebs-Notaufstieg

In einem extremen Out-of-Air-Notfall ohne Buddy und ohne verbleibenden Atem kann ein Taucher das BCD voll aufblasen und mit positivem Auftrieb an die Oberfläche steigen. Das ist die letzte Option — ein Auftriebsaufstieg aus der Tiefe überschreitet die 9-m/min-Sicherheitsgrenze und birgt das Risiko einer Dekokrankheit. Die Alternative ist Ertrinken. Verwechsle das nicht mit einem kontrollierten Aufstieg.

Sicherheitsstopp als Protokoll, nicht Option

Für jeden Tauchgang tiefer als 10 Meter wird ein 3-minütiger Sicherheitsstopp auf 5 Metern empfohlen. Bei 30+ Metern oder Tagen mit mehreren Tauchgängen ist er faktisch verbindlich. Der Stopp erlaubt zusätzliches Ausgasen gelösten Stickstoffs und schafft Puffer gegen Mikroblasenbildung.

Wenn du in einem Notfall den Sicherheitsstopp nicht durchführen kannst (Luftverlust, Notfall auf Tiefe), tauche sofort auf, melde Symptome an den Divemaster und beobachte 24 Stunden auf DCS-Anzeichen.

Umgang mit unkontrolliertem Aufstieg

Wenn dein BCD oder Trockenanzug überfüllt ist und du zu schnell aufsteigst:

  1. Sofort Luft über alle BCD-Auslassventile ablassen
  2. Trockenanzugluft (bei Trockentauchern) über das Schulterventil ablassen
  3. Kopf-oben-Position einnehmen und Arme leicht ausstrecken, um Widerstand zu erzeugen
  4. Wenn du noch positiv auftriebsstark und unkontrolliert steigst, vollständig ausatmen — das senkt den Auftrieb leicht und verhindert vor allem Lungenüberdehnung

Die kontrollierte Aufstiegsgeschwindigkeit beträgt 9 Meter pro Minute oder weniger. Dein Computer warnt, wenn du sie überschreitest. Wer nach einem schnellen Aufstieg auftaucht, sollte das melden und 24 Stunden auf DCS-Symptome achten.

Buddy-Trennungs-Protokoll

Wenn du ohne deinen Buddy auftauchst und ihn nicht siehst, tauche nicht erneut ab — du könntest ihn verfehlen. Standardprotokoll: 1 Minute an der Oberfläche suchen, dann zum Boot und Divemaster informieren. Eine Suchaktion wird gestartet. Unter Wasser getrennte Taucher werden geschult, eine Minute lang auf Tiefe zu suchen und dann langsam aufzusteigen.

Skip Breathing vs. kontrollierte Atmung

Manche Taucher versuchen, ihren Luftvorrat durch 'Skip Breathing' zu strecken — sie atmen ein und halten kurz an, bevor sie ausatmen. Das ist nicht effektiv und potenziell gefährlich: Es führt zu CO₂-Anstieg, der auf Tiefe einen dringenden Atemreflex (Hyperkapnie) auslöst, und schwächt die Fähigkeit, ruhig auf Stress zu reagieren. Effiziente Atemtechnik — lange, tiefe Atemzüge aus dem Zwerchfell — ist sparsamer als Skip Breathing, ohne dessen Risiken.

— Ende des Berichts —
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