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Bericht · dive guide

Tarierung: die Königsdisziplin

January 28, 2026 2 min read

Warum Tarierung das Fundament ist

Jedes Problem im Freizeittauchen lässt sich letztlich auf die Tarierung zurückführen. Der Taucher, der beim Aufstieg Korallen abreißt — Tarierung. Der Taucher, der in 25 Minuten die Flasche leerbläst — Tarierung (und der zusätzliche Kraftaufwand). Der Taucher, der den Sicherheitsstopp nicht auf Tiefe halten kann — Tarierung.

Tarierung wird in jedem Open-Water-Kurs gelehrt, aber dort selten gemeistert. Die Meisterschaft kommt aus wenigen konkreten Konzepten, die Kurse erwähnen, aber nicht immer genug betonen.

Das Bleiproblem

Die meisten Anfänger sind überbleit. Tauchbetriebe halten sich verständlicherweise lieber auf der sicheren, schwereren Seite. Das Ergebnis: Viele verlassen ihren Open Water mit 4-6 kg zu viel Blei.

Überbleiung zieht Folgeprobleme nach sich. Der Taucher sinkt passiv statt kontrolliert abzutauchen. Zum Ausgleich bläst er das Jacket auf — und schleppt während des ganzen Tauchgangs eine Gasblase mit, die ständig abzulassen ist. So pendelt er zwischen überbläht und zu leer hin und her.

Die richtige Bleimenge: neutral in 5 m mit leerem Jacket und nahezu leerer Flasche (400-500 bar/psi Restdruck). Genau da muss die Bleimenge stimmen.

Mach vor einer Tauchreise einen formellen Bleicheck. An der Oberfläche, Jacket komplett entlüftet, normale Einatmung halten: Du solltest auf Augenhöhe schweben. Sinkst du, Blei wegnehmen. Schwebst du höher, Blei zugeben.

Atemkontrolle

Für einen korrekt beflossenen Taucher mit richtiger Gasmenge im Jacket ist die Atmung das primäre Tiefenkontrollinstrument. Eine volle Einatmung erhöht das Lungenvolumen um 0,5-0,7 Liter, was im neutralen Zustand für leichten positiven Auftrieb sorgt. Eine Ausatmung kehrt zu neutral oder leicht negativ zurück.

Das nutzen: Leicht steigen? Voll einatmen. Leicht sinken? Voll ausatmen. Das Jacket ist für grobe Anpassungen da; die Atmung fürs Feintuning. Wer das schafft, reduziert seinen Luftverbrauch dramatisch.

Trimm

Die horizontale Trimmlage — die Körperhaltung im Wasser — ist so wichtig wie die vertikale Tarierung. Ein Taucher in fast aufrechter Haltung nutzt die Flossenschläge, um die sinkenden Füße zu kompensieren, und richtet den Schub nach unten. Das wirbelt Sediment auf, stört das Riff darunter und verschwendet Energie.

So erreicht man horizontalen Trimm:

  • Blei eher in den unteren Rücken oder in Hüfttaschen verlegen, nicht nach vorn
  • Die Flasche etwas höher im Jacket setzen
  • Lieber Backplate + Wing oder Rückenjacket statt Westenjacket

Einfacher Test: regungslos im Wasser schweben. Auf die Flossen schauen. Hängen sie unterhalb der Körperlinie? Das Blei verlagern.

Übungsprotokoll

Der schnellste Weg zur besseren Tarierung ist gezieltes Üben in kontrollierter Umgebung:

  1. Schweben im freien Wasser: Auf 5 Meter abtauchen, Arme vor der Brust verschränken und 5 Minuten ohne Berührung schweben.
  2. Flossenschläge im Schwebezustand: Im Schweben langsame, horizontale Flossenschläge üben. Ändert sich die Tiefe? Sollte sie nicht.
  3. Peak-Performance-Buoyancy-Spezialkurs (PADI, SSI oder gleichwertig): ein halber Tauchtag speziell für Tarierungsübungen. Der effizienteste einzelne Kurs zur Verbesserung der Gesamt-Tauchkompetenz.
— Ende des Berichts —
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