1. Flamboyant-Sepie (Metasepia pfefferi)
Eine laufende Sepie. Mit modifizierten unteren Armen als 'Beinen' läuft die Flamboyant-Sepie über den Meeresgrund, während sie pulsierende Wellen aus Neongelb, Rot und Violett über ihre Haut schickt. Das Mantelgewebe ist hochgiftig — sie ist eine der wenigen giftigen Sepien. Zu finden auf Schwarzsand in Lembeh (Indonesien), Anilao (Philippinen) und Teilen Nordaustraliens.
2. Mimik-Oktopus (Thaumoctopus mimicus)
Erst 1998 beschrieben. Der Mimik-Oktopus ahmt bei Bedrohung Form und Schwimmverhalten bestimmter giftiger Tiere — Plattfische, Rotfeuerfische, Seeschlangen — nach. Zu finden in Lembeh und im gesamten indonesischen Archipel auf Sand und Schlick.
3. Haariger Anglerfisch (Antennarius striatus)
Überzogen mit Hautfäden ('Haaren'), die ihn exakt wie einen Schwamm oder Korallenschutt aussehen lassen. Er nutzt einen umgebauten Rückenstachel mit fleischigem Köder, um kleine Fische anzulocken, und verschlingt sie mit einem Schlag von 6 Millisekunden — dem schnellsten Schlag aller Wirbeltiere. Er schluckt Beute bis zur eigenen Körpergröße.
4. Bobbit-Wurm (Eunice aphroditois)
Ein Vielborster, der sich bis zu 3 Meter tief in den Sand gräbt und 5 Antennen aus dem Substrat ragt. Löst die Beute die Antennen aus, schnellt der Wurm explosiv nach oben und packt die Beute mit scherenartigen Kiefern, die Fische dokumentiert sauber zweiteilen. Benannt nach dem Lorena-Bobbitt-Fall von 1993 durch den Forscher, der ihn fand.
5. Wunderpus-Oktopus (Wunderpus photogenicus)
Ein langarmiger Oktopus mit festen weißen Band- und Punktmustern auf braunem Grund — ungewöhnlich für eine Tiergruppe, die ihre Farbe meist dynamisch wechselt. Der Artname ('photogenicus') verweist auf seine Fotogenität. Zu finden im gesamten Indopazifik auf Sand und Geröll zwischen 3 und 50 m.
6. Fangschreckenkrebs (Stomatopoda)
Weder Krebs noch Mantis. Ein Stomatopoden-Krebstier mit zwei Fangarmen, die Beute mit 23 Metern pro Sekunde schlagen — die schnellste Extremitätenbewegung des Tierreichs. Der Schlag erzeugt Kavitationsblasen, die mit genug Wucht kollabieren, um Beute auch dann zu betäuben oder zu töten, wenn der Arm verfehlt. Lebt in Höhlen in Sand- und Geröllriffen im Indopazifik und der Karibik.
7. Psychedelischer Anglerfisch (Histiophryne psychedelica)
Erst 2009 in der Bucht von Ambon, Indonesien, beschrieben. Er zeigt ein Muster weißer, kreisender Linien, die vom Auge über einen orange-rosa Körper strahlen. Er bewegt sich, indem er sich mit den Brustflossen in einem federnden Gang vom Substrat abdrückt und Wasser aus den Kiemenöffnungen ausstößt. Nur aus Ambon bekannt.
8. Rhinopias-Skorpionfisch (Rhinopias spp.)
Drei Arten im Indopazifik; alle außergewöhnlich getarnt. Sie sitzen tagelang bewegungslos an farblich passenden Stellen — auf gelben Schwämmen, roten Algen, violetten Seestäben. Zu den weltweit begehrtesten Makro-Fotomotiven.